Trauma vs. Präsentes Selbst – Ein Widerspruch?

Wir leben im Hier und Jetzt, nicht in der Vergangenheit, auch nicht in der Zukunft. Deshalb ist es bedeutsam, das Präsente Selbst zu etablieren. Durch traumatische Erfahrungen in unserer Biografie haben wir Verhaltensmuster erlernt, welche sich in unserer Kindheit als hilfreich erwiesen haben. Diese Muster begleiten uns meist bis ins Erwachsenenalter und stehen später unserer Entwicklung im Wege. Wir identifizieren uns mit ihnen. Diese erlernten Verhaltensmuster führen uns weg von unserem Präsenten Selbst, bzw. vom Leben ihm Hier und Jetzt. Über diese Muster leben wir quasi in unserer Vergangenheit. Wir lassen uns über sie in den Trauma-Sog unserer Geschichte ziehen. Restaktivierungen / Restenergien, welche in der damaligen traumatischen Situation unserem Organismus zum Kämpfen oder Flüchten zur Verfügung gestellt wurden, konnten nicht abgebaut werden. Diese „stecken“ nach wie vor in unserem Organismus fest, können krank machen und sind an die etablierten Muster gebunden. Daher ist es einerseits bedeutsam, diese Restaktivierungen vom Organismus abzubauen, bzw. die steckengebliebenen Verhaltensweisen zu vervollständigen. Andererseits geht es darum, sich nicht mehr mit den Verhaltensmustern vom Damals zu identifizieren. Das Präsente Selbst dient hierfür als Unterstützung.
Um das Präsente Selbst gut etablieren zu können, benötigt es ausreichend Resilienz, bzw. ein entsprechendes „Toleranzfenster des Erlebens“, welches im Seminar mithilfe des „Verbundenheits-Trauma-Modells“ erklärt wird und welches durch eine Ressourcenarbeit erweitert werden kann. 
In diesem Seminar möchte die Referentin das „Verbundenheits-Trauma-Modell“ darstellen, als auch damit erklären, wie traumatische Ereignisse weg von der Verbundenheit mit sich Selbst und Anderen, bzw. weg vom Präsenten Selbst führen können. Weiters wird es um die Erkundung des Präsenten Selbst gehen. Ein zusätzlicher Fokus wird auf Übungen zur Regulierung des Nervensystems, welche der Erweiterung des „Toleranzfensters des Erlebens“ dienen und die Resilienz stärken, liegen. Diese Ressourcenübungen lassen sich sehr gut in die psychotherapeutische Praxis integrieren.
Referentin:
Mag. Sabine Schrittwieser-Garrison, MSc., Personzentrierte Psychotherapeutin in eigener Praxis; Klinische und Gesundheitspsychologin; Somatic Experiencing Practitionerin
Mag. Sabine Schrittwieser-Garrison hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Traumapsychotherapie beschäftigt. Sie hat ihre Masterthese der Personzentrierten Psychotherapie diesem Thema gewidmet und lässt ihr traumaspezifisches Wissen, bzw. traumatherapeutische Interventionen in ihrer psychotherapeutischen Praxis oftmals einfließen.

Wann: 20. und 21. Februar 2026

Wo: Hotel Stockinger, Ritzlhofstrasse 65, 4052 Ansfelden

Für wen: Das Seminar ist für PsychotherapeutInnen, als auch für PsychotherapeutInnen in Ausbildung unter Supervision gedacht.

Kosten: Euro 190,- für ÖGWG Mitglieder, Euro 250,- für Nicht-Mitglieder

Anmeldung per Mail:  [email protected]

Anmeldung bis 13. Februar 2026 möglich. Die Plätze werden der Reihenfolge der Anmeldung nach vergeben.

AUSGEBUCHT!
Für die WARTELISTE bitte eine Mail an Sonja Friedwagner senden.